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Das Verhältnis von Theaterkunst und Theaterpädagogik definiert sich zurzeit neu. Es wird immer schwieriger, beide Bereiche voneinander zu trennen, weil Unterscheidungsmerkmale wie die Zielgruppe und die (berufliche) Qualifikation der Beteiligten, die Arbeitsweisen und Methoden angesichts einer integrierten Theater-Pädagogik-Praxis verlorengehen. Stattdessen entsteht im Selber-Spielen und theatralen Handeln, in genauer Beobachtung und Schulung von Wahrnehmung eine neue, enge Verbindung. Dabei geht es nicht um eine ‚Entästhetisierung‘ des Theaters bzw. um eine ‚Entpädagogisierung‘ der Theaterpädagogik, sondern um ein neues Verständnis von Kunst und Pädagogik als ästhetisches Handeln und Reflektieren. Die Erfahrungswissenschaften, gerade die Pädagogik, korrespondieren mit der ‚Erfahrungskunst‘, gerade dem Theater. Die Kontextbezogenheit des Theaters, seine Entgrenzung im sozialen Feld, und die Öffnung der Theaterpädagogik im ästhetischen Feld können so zu einem Prozess von Emergenzen führen. Über den Autor Florian Vaßen: Dr. phil., Professor für neuere deutsche Literatur an der Leibniz Universität Hannover, Begründer der Arbeitsstelle Theater/Theaterpädagogik, Mitbegründer des Studiengangs Darstellendes Spiel, Mitbegründer, Mitherausgeber der „Zeitschrift für Theaterpädagogik. Korrespondenzen“. Forschungsschwerpunkte: Drama und Theater, Theaterpädagogik in Theorie und Praxis; Schrift und Bild; Bertolt Brecht und Heiner Müller; Lachtheorie, Satire und Karikatur; Literatur des Vormärz.
Publikationen u. a.: Kartographie als ästhetischer Prozess (2006); „Können uns und euch und niemand helfen“ (2006); Ohne Körper geht nichts (1999, 2. Aufl. 2008); Der nahe Spiegel. Vormärz und Aufklärung (2008); Politik, Porträt, Physiologie (2009).
Kontakt: florian.vassen@germanistik.uni-hannover.de |
Theaterpädagogik
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